Aufstieg und Landung – Die Geschichte des gefallenen Greifs

Viele Nostalgiker und Liebhaber kennen sie noch: Die kultigen Schlitten mit den langen Motorhauben, den schönen Kurven und dem gekrönten Greif als Markenlogo. 
Die Automobilmarke „SAAB“ machte sich bis 2012 als Ableger eines schwedischen Flugzeugherstellers einen Namen, bis sie Insolvenz anmelden musste.

Zunächst als eigenständiges Unternehmen produzierte SAAB in der Nachkriegszeit seit 1947 Autos und eroberte einige Jahre später nicht nur den schwedischen, sondern auch den finnischen und skandinavischen Markt. Die Expansion auf den europäischen Markt gelang nur spärlich und war exklusiv, allerdings etablierte sich die Marke immer mehr zu einer gehobenen Mittelklasse. 

Die sicheren und gleichzeitig sportlichen Modelle Saabs überzeugte Kunden weltweit – kaum einer anderen Marke gelang es, was eine Kundenstudie der Automobilbranche herausfand: Die Saab-Kunden sind die treuesten Kunden, sie wechseln am seltensten die Marke.

Die Automarke Saab stirbt endgültig

Nach der Übernahme durch den us-amerikanischen Konzern „General Motors“ (GM) 1989 erwirtschaftete Saab in den Nachfolge Jahren immer mehr Verluste und musste (mit einer jährlichen Verlust Spanne von 200 – 270 Millionen Euro) Gläubigerschutz beantragen. Diese schwedische Vorstufe zur Insolvenz nutzte Saab zunächst, um weiter produzieren zu können. Die Marke wurde allerdings mittlerweile vom niederländischen Unternehmen „Skyper“ übernommen, da der Mutterkonzern GM seit der Weltwirtschaftskrise finanziell am Boden lag. Saab konnte seinen Mitarbeitern zunehmend keine Löhne mehr bezahlen, rutschte immer mehr in die roten Zahlen und musste am 19.12.2011 endgültig Insolvenz anmelden.

Danach übernahm das neue Unternehmen „National Electric Vehicle Sweden“ (NEVS) die Anlagen, die Immobilien und die Rechte an den Fahrzeugen von Saab. Allerdings baute das neue Unternehmen nur wenige Monate lang SAAB-Autos und gab dies letztendlich im Mai 2014 vollständig auf. Somit wurde es eine zeitlang still um die schwedische Kultmarke…

Die Zukunft ist Elektrisch

2015 kündigte NEVS – hinter welchem chinesische Investoren stehen – an, künftig Elektroautos unter der Marke „Saab“ produzieren zu wollen. Viele Fans der schwedischen Marke konnten durch diese Nachricht aufatmen. Aber nur, bis die erneute Hiobsbotschaft im Nachfolgejahr 2016 verkündet wurde: NEVS würde zwar ein auf dem Saab 9-3 basierendes Modell auf den Automobil-Markt bringen, aber unter ihrer eigenen Marke und nicht mithilfe des Traditionsmarken Namens „SAAB“. Laut NEVS war es dem Unternehmen anfänglich nicht gelungen, die Nutzungsrechte übertragen zu können und für ihre geplanten, nachhaltigen Autos zu sichern. So wird fortan der Schriftzug „NEVS“ den gekrönten Greif auf der Motorhaube ersetzen. Die Führung des Unternehmen versicherte, keineswegs die ehemaligen Arbeiter in der schwedischen Industriestadt Trollhättan – dort, wo Saab-Autos jahrelang produziert wurden – zu ersetzen: Sie dürfen Seite an Seite mit neuen Mitarbeitern den Weg in die Elektromobilität bestreiten. Im vergangenen Jahr sicherte sich NEVS einen Auftrag und soll 250.000 Autos für eine chinesische Mietwagenfirma bauen. Somit dürfte die Zukunft des Unternehmens bis jetzt gesichert sein.