Der Neustart in Corona-Zeiten: Die Finanzkrise und die Kauf Unlust überwinden

Bereits vor Corona entwickelte sich innerhalb der Automobilindustrie ein Problemkind: China – aufgrund großer Turbulenzen an der Börse – kann seinen Status als Zentrum der Produktion nur schwer aufrechterhalten. Da die Kurse nicht mehr vielversprechend sondern eher beängstigend sind, kaufen immer weniger Menschen Autos. Die schleppende Nachfrage hat eine Preissenkung zur Folge, doch auch das regt die Zahl der Fahrzeugverkäufe nicht an, sondern lässt sie stagnieren.

Die Talfahrt der Autobauer

Abgesehen von der drohenden Finanzkrise, sehen sich die Autobauer auch durch diesen Einbruch der weltweiten Verkaufszahlen alarmiert. Dies kommt zum einen dadurch, dass Elektrofahrzeuge nicht gern gekauft werden: Kunden lieben es ohne Strom und sind relativ kauffaul, was die nachhaltigen Modelle angeht. Da die strengeren Schadstoffbegrenzen in den USA, Europa und in China eine Produktion alternativer Motoren aber vorschreibt, ist das Dilemma groß. Zum anderen erfordert der Forschungsbereich des Autonomen Fahrens Milliardenbeträge und wird ebenso skeptisch von Verbrauchern beäugt wie die elektronischen Kollegen – Obwohl bei Innovationen ein häufig beobachtetes Phänomen, macht diese Skepsis den Beginn eines Autopiloten am Steuer nicht gerade einfach.

Und dann kam Corona

In diese turbulenten Zeiten für die Automobilindustrie crasht der Corona-Shutdown: Bänder stehen still, Produktionshallen sind leer, der Absatzmarkt sinkt ins Unermessliche. Die durch Corona bereits um 20 % eingebrochene PKW-Produktion läuft nun ab April langsam wieder an: Auch wenn eine Rückkehr zur Normalität auch in der Autoherstellung erst viel später in getrübter Sicht erscheinen mag – der Wiederanlauf in Europa schürt Hoffnung. Dennoch gäbe es bei mittelständigen Händler- und Zulieferunternehmen bereits erste Insolvenzanmeldungen und eine Neu Ankurbelung der Geschäfte könne nur mit staatlicher Unterstützung erfolgreich sein: So fordert Hildegard Müller, Präsidentin des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) eine Neustartprämie, welche Menschen „Arbeit und Perspektiven“ zurückbrachte. 

Die Politik soll´s retten

Dieser Hilferuf wird Ende April beim Auto Gipfel im Kanzleramt erhört: Staatlich finanzierte Kaufanreize, die der Autoindustrie wieder auf die Beine helfen sollen, sollen bis Juni beschlossen werden. Wie genau eine solche Prämie aussehen soll, ist bis dato noch offen. Eine sog. „Recycling Prämie“ von 1000 Euro soll wohl im Gespräch gewesen sein, um zusätzlich den Umstieg auf Elektroautos zu fördern – doch die wirtschaftlichen Widerstände gegen diese staatlichen Pläne sind groß. Dass die Politik sich nicht in Einzelmaßnahmen verstricken solle und sich auch die Abwrackprämie von 2009 als nicht erfolgreich darstellen, sind dabei nur zwei der schlagenden Argumente dagegen. 

Nun gilt es weiterhin die Entwicklungen innerhalb der langsam erwachenden Autoindustrie zu beobachten und auf eine wirklich sinnvollen Kaufprämie von Seiten der Regierung zu hoffen – damit es nicht nur auf Deutschlands Straßen, sondern auch in den Werken wieder rollen kann und das Land der Autoliebhaber an neuer Stärke gewinnt.