NEVS und die elektronische Zukunft

Als der chinesische Investor und Auftraggeber „Panda New Energy“ bis 2020 150.000 Elektroautos von NEVS fordert, werden 2017 die Laufbänder in Trollhättan wieder angeschmissen. Die Karossen der neuen E-Autos sollen aus diesem Standort stammen. Seitdem treibt der vollelektrische Nachfolger von Saab die Serienproduktion an und wird dabei von Evergrande – die große Anteile von NEVS erwerben – unterstützt.

Standort Erneuerungen ebnen den Weg

Mittlerweile soll nicht nur in Schweden, sondern auch im nordchinesischen Tianjin produziert werden. Hier ist die Motorisierung des NEVS 9-3 im Werk. Eine Elektro-Limousine, die einen 130 kW/177 PS starken Elektromotor besitzt und zu umgerechnet 24.700 US-Dollar verkauft werden soll. Auch wenn das Auto nicht den ehemaligen Markennamen trägt, echte Saab-Liebhaber erkennen die Kurven und Linien ihrer Kultautos wieder: Optisch entspricht die NEVS-Limousine eindeutig dem alten 9-3er. Technisch wiederum wirds innovativ: mit WLAN-Verfügbarkeit, kabellosen Laden von Smartphones und automatischen Software-Updates sowie einem „Always-Clean-Air-Filter“ soll der alte Saab-Kokon von nun an elektronisch glänzen. 

Das E-Auto mit einer vom Hersteller angekündigte Reichweite von 300 km soll zunächst 2019 für den chinesischen Markt produziert werden und erst später für Europäer erwerbbar sein. Aktuell – 2020 – können zumindest schon schwedische Fans die schwedische Limousine im Saab-Gewand für rund 30.000 Euro in den Farben „schwarz“ und „silber“ erwerben. Wann deutsche Fans den alten Newcomer genießen dürfen, ist noch ungewiss: Da der Fokus langfristig auf dem chinesischen Markt liege und es bis dato nur eine limitierte Stückzahl in Schweden geben würde – so NEVS-Pressesprecher Mikael Östlund – müssen sich Deutsche wohl noch gedulden.

Schlüsseltechnologien für die Zukunft

Evergrande seinerseits kündigte nun Anfang des Jahres an, während der Produktion in Tianjin wichtige „Schlüsseltechnologien in diesem Sektor [Elektroautos] erworben zu haben“ und plant, eigene Elektrofahrzeuge in Produktion zu nehmen. Auch hier wird nicht Schweden, sondern China der Ort des Geschehens sein.

Im Juni 2019 konnte das Unternehmen ihr milliardenschweres Projekt bekanntgeben: Sie würden ab 2020 eine Million Elektroautos und fünfhundert GWh Batterien pro Jahr herstellen. Ob auch dort Saab-Modelle als Vorbild dienen und Nostalgie Herzen von nun an elektrisch schlagen lassen, bleibt abzuwarten.